Crowded House
Crowded House

Es ist eine Sache für eine Band, wieder zusammenzukommen und zu erwarten, dass jeder so tut, als wäre man nie von der Bildfläche verschwunden gewesen, dass es eine feierliche und nostalgische Angelegenheit werden wird, sagt Neil Finn, Bandleader der neu formierten Crowded House, einer der beliebtesten Poprock-Bands der späten 80er bis Mitte der 90er. „Wir wollen da raus gehen und eine Band sein, die sich den Respekt wieder verdienen muss." Finns hohe Qualitätsansprüche und unablässige Arbeitsethik ermöglichten es dem in Neuseeland geborenen Sänger, Gitarristen und Songschreiber, drei Jahrzehnte im Musikbusiness zu überleben und dabei solch zeitlose Juwelen zu schreiben wie "I Got You" für die Band seines Bruders Tim, Split Enz, "Don't Dream It's Over" und "Fall At Your Feet" für Crowded House und "She Will Have Her Way". Letzteres erschien auf Try Whistling This - einem seiner beiden Soloalben. Mit Time on Earth, dem ersten Studioalbum von Crowded House seit Together Alone von 1993, beweist Finn, dass es mit seinem Können als Songschreiber nach wie vor zum Besten steht.

Auf diesem Album spielte zum letzten Mal der Original-Drummer der Band, Paul Hester, der sich im März 2005 auf tragische Weise das Leben nahm. In den Monaten nach Hesters Tod suchte Finn Trost bei seinem Freund, dem Crowded-House-Bassisten Nick Seymour. Beide begannen dann Anfang 2006 gemeinsam Musik zu machen. Wir fanden einen Weg, etwas musikalisch auszudrücken, und das klang einfach gut", erklärt Finn. „Es klang wieder wie eine Band."

Finn und Seymour nahmen zehn Songs in Finns Roundhead Studios in Auckland mit ihrem Produzenten Ethan Johns und abwechselnd mit Ricky Gooch am Schlagzeug auf. Obwohl mehrere Stücke wie "Nobody Wants To", "A Sigh", "You Are The One to Make Me Cry" und "Silent House" (das Finn gemeinsam mit den Dixie Chicks schrieb) von Verlust handeln, wird diese intensive, emotionale Balladendichtung durch reichlich temperamentvolle Lebhaftigkeit, das Markenzeichen von Crowded House, ausgeglichen, wie zum Beispiel mit der ersten Single "Don't Stop Now", "She Called Up" mit dem Thema Navigation, "Even A Child" mit geschlagenen Gitarren (gemeinsam geschrieben mit dem Ex-Smiths-Gitarrist Johnny Marr), und das humorvolle "Transit Lounge" (worauf ein Sample zu hören ist, das Seymour vor zehn Jahren von einer Lautsprecheransage auf einem deutschen Flughafen machte).

Aufgenommen im Februar 2007 in den Londoner RAK Studios mit dem bekannten Produzenten Steve Lillywhite, ist auf den flotten Songs Gitarrist und Keyboarder Mark Hart zu hören, der sich 1992 Crowded House angeschlossen hatte, sowie der frühere Beck-Drummer Matt Sherrod, ein Neuzugang, den Finn für seinen Input an Pep und Energie lobt.

Time On Earth zeichnet sich durch vielschichtige, dichte Arrangements mit Gitarren, Klavier, Wurlitzer, Blasinstrumenten, einen Hauch von Hammond-Orgel und Sitar sowie genialen Harmonien aus und sollte der Band neue Hörer erschließen. Die Platte wird auf jeden Fall langjährige Fans erfreuen, die Crowded House seit ihrer Gründung 1985 lieben. Das selbstbetitelte Debüt der Band von 1986 enthielt die internationalen Hits „Don't Dream It's Over", das in den USA die Nummer 2 erreichte, und "Something So Strong", das Nummer 7 schaffte. Diesem Werk folgte eine Reihe erfolgreicher Alben, inklusive Temple of Low Men von 1988 mit der Ballade "Better Be Home Soon", das fröhliche Woodface von 1991, eine Reunion mit Tim Finn, die "Weather With You" and "It's Only Natural" hervorbrachte, und das abenteuerliche Together Alone von 1993, das uns "Locked Out" und "Distant Sun" bescherte. Nicht lange nach dem Release dieses letzten Albums verließ Hester die Band. Finn, der das Gefühl hatte, dass er nicht mehr mit dem Herzen dabei war, löste Crowded House im Juni 1996 auf und veröffentlichte 1996 Recurring Dream: The Very Best of Crowded House, das in den britischen und australischen Charts Platz 1 erreichte.

Werbung