
The Hives, die Verwalter des vollkommen ausbalancierten Farbschemas, haben uns lange genug gefehlt. Während ihrer Abwesenheit haben sie jedoch keineswegs herumgegammelt, oh nein. Vielmehr sind sie bereit, erneut Schwarzweiß in unseren tristen Alltag zu bringen, jetzt erst recht.
Das "Black And White Album" der Hives hat alles, was man an ihnen schon immer mochte – Kicks, Riffs, Spaß – während es gleichzeitig todschick ist, angesagt und länger, und sich generell von allem unterscheidet, was sie bisher gemacht haben.
Howlin' Pelle Almqvist: "Wir gelobten, als wir 17 Jahre alt waren,dass wir dreieinhalb Stunden lange Platten voller scharfem Punk Rock machen würden. Diesmal wollten wir aber nicht wieder zwölf schnelle Songs. Das wäre das vierte Mal gewesen. Sie sind auf Dreiersets verteilt. Es ist eine neue Ära, also mussten wir uns etwas Neues einfallen lassen.”
The Hives brachten ihre B&W-Vision erstmals bereits Ende der 90er Jahre ins Spiel, als sie extrem viel durch ihre Heimat Schweden und durch Deutschland tourten, bis sie schließlich 2001 zeitgleich mit den Strokes und White Stripes ihren großen Durchbruch feierten. Ihre ersten beiden Platten wurden mit Edelmetall verziert und verkauften sich dank Hits wie "Supply And Demand", "Main Offender" und "Hate To Say I Told You So" auch im europäischen Ausland prächtig!
Mit "Tyrannosaurus Hives", kehrten sie 2004 schließlich erfolgreich mit rockigen Songs wie "Walk Idiot Walk", "Two-Timing Touch & Broken Bones" und "A Little More For Little You" zurück in die Szene. Ohne es zu wissen, wurde damals bereits der Grundstein für die Hives der Phase 2 gelegt, als sie Pharrell Williams kennenlernten – den Nummer-Eins-Produzent aus der Welt des Hiphop.
Zwar stammt Pharrell stammt aus Virginia und The Hives aus Fagersta, Schweden, aber als diese beiden Giganten des modernen Entertainments auf einandertrafen, bewirkte die Vereinigung ihrer unterschiedlichen Talente ganz Wundersames und brachte "Black And White Album" auf den Weg.
Mit dem disco-lastigen "We Rule The World" fürs 21. Jahrhundert und dem wie eine Rakete abgehenden "Well, Alright" in der Tasche, rundeten THE HIVES einen Haufen Demo-Songs ab und holten sich schon bald einen weiteren Produzenten ins Boot, nämlich Jacknife Lee (U2, Editors, R.E.M.), der seine technischen Fertigkeiten dem Track "Hey Little World" und einer Frühversion von "Tick Tick Boom" angedeihen ließ.
Dann ging es hinüber nach Oxford in Mississippi, wo die Band einige Wochen damit zubrachte, den Rest des Albums mit Dennis Herring klarzumachen – noch ein "Mann der Stunde", zu dessen Meriten unter anderem Alben von Elvis Costello, Buddy Guy und Modest Mouse zählen.
Mit der anfänglich vagen Absicht, vom adrenalingeladenen Punkrock wegzukommen, sahen sich The Hives nun wieder in der Pflicht desselben. Pelle: "Wir vermissten die rockigen Riffs. Und außerdem macht das gerade niemand. Es fehlt überhaupt an anständigen Rock-Riffs." Aber dafür gibt es ja immerhin noch The Hives...



