
Der Herbst nimmt in der Geschichte von a-ha eine eher untypische Stellung als besonders betriebsame Jahreszeit ein. Mit dem Ende des Sommer folgt für gewöhnlich die Phase, in der Norwegens erfolgreichste Musiker zu Höchstleistungen auflaufen - ein Trend, den sie zuletzt im heißen Herbst 2005 mit ihrem achten Studioalbum „Analogue“ und einer begleitenden Welttournee eindrucksvoll fortsetzten. Doch seit Anfang 2006 herrschte wieder Funkstille.
Aber nun, im Spätsommer 2007, regen sich die drei Norweger wieder, wenn auch noch kein neues Album in Sicht scheint. Zumindest sind a-ha jetzt wieder greifbar, spielten drei Konzerte in ihrer Heimat und kommen sogar nach Deutschland, wenn auch nur für einen Gig.
Dabei handelt es sich um ein ganz spezielles Konzert: Zunächst ist der Rahmen schon mal recht ungewöhnlich, denn es handelt sich hier um eine Schiffstaufe: Veronica Ferres wird eine Flasche Schaumwein an das neueste Schiff der norwegischen Reederei Color Line werfen und es mit dem Namen „M/S Color Magic“ belegen. Anschließend werden gegen 16 Uhr dann endlich a-ha ihre Bühne betreten: Diese schwimmt in der Kieler Bucht zwischen zwei riesigen Kreuzfahrschiffen als Dekoration. Außerdem versprich die Band eine Show, die so bislang noch nicht zu sehen war, ganz abgesehen von der gigantischen Zahl von rund 200.000 erwarteten Zuschauer!
Sicher dabei ist, dass Morton Harket, Pål Waaktaar-Savoy und Magne Furuholmen mangels neuen Materials in erster Linie auf ihre besten Songs aus rund 25 Jahre zurückgreifen werden. Nicht fehlen dürfen dabei sicher ältere Songs wie „Take On Me“, „I’ve Been Loosing You“ oder „The Living Daylights“ oder „Stay On These Roads”, ebenso wenig wie die neueren Stücke „Celice“ und „Lifelines“.
Dabei wird das eine oder andere Lied aus den 80ern Material in puncto Arrangements möglicherweise etwas anders klingen: „Wir kommen auf unsere eigene Vergangenheit zurück und unterziehen sie einer erneuten Prüfung, aber mit einer anderen Grundeinstellung; im Gegensatz zu früher soll das nun auch einen Festcharakter haben,“ sagt Magne. „Das hat nicht nur etwas mit der verstrichenen Zeit zu tun, sondern auch damit, dass wir inzwischen so viele verschiedene Sachen gemacht haben. Das lädt die psychischen Batterien auf und bringt eine neue Dynamik in die Gruppe.“

